Der Lebenszyklus des gemeinen Investors

Ein Leben zwischen Selbstüberschätzung und Demut

Anleger führen ein bisweilen turbulentes Leben. Anfangs lediglich mit einem kleinen Kanu namens „Depot“ ausgerüstet, begeben sie sich in die stürmische See der internationalen Finanzmärkte. Stück um Stück wird dabei das kleine, wackelige Gefährt ausgebaut. Aus dem Kanu entsteht ein Floß, aus dem Floß ein Ruderboot, aus dem Ruderboot ein kleines Motorboot und so weiter, bis es irgendwann ein hochseetaugliches Frachtschiff geworden ist.

Doch wie so häufig, spielt die Technik nur eine untergeordnete Rolle, wenn der Kapitän auf der Brücke unerfahren und tollkühn ist. Ein erfahrener Kapitän lenkt auch ein leckgeschlagenes Boot noch sicher in den nächsten Hafen, während andere leichtmütig mit einem vermeintlich unverwüstlichen Schiff in Seenot geraten. Die Reise zur Insel der finanziellen Freiheit ist lang und beschwerlich, doch interessanterweise scheinen sich die Biografien jener, die sie erreichten, zu ähneln.

Zeit also, sich den Lebenszyklus des typischen Investors einmal genauer anzusehen.

Ein bisschen Finanzwissen ist schädlicher als gar keines

Eier, Eier, wir brauchen Eier„, sagte einmal ein weiser Mann. Das gilt auch für den Finanzmarkt. Investoren meinen dabei meist besonders dicke Exemplare ihr Eigen nennen zu dürfen. Wer einmal auf einem Investoren-Treffen jedweder Art war, wird die typischen Debatten kennen. Da wird mit Fachwörtern, Strategien und Erfolgsgeschichten nur so um sich geschmissen. Jeder meint den goldenen Weg zum Reichtum gefunden zu haben und predigt diesen gerne der unwissenden Öffentlichkeit. Insbesondere in Zeiten einer langanhaltenden Hausse, wie wir sie derzeit erleben, tendieren die Eier immer größer zu werden. Mit ansteigendem Portfoliovolumen, scheint auch das Selbstbewusstsein vieler Investoren in die Höhe zu schießen. Interessanterweise handelt es sich dabei, meiner Erfahrung nach, vor allem um Investoren, die erst innerhalb der derzeitigen Hausse angefangen haben zu investieren.

Aber veranschaulichen wir das Ganze doch anhand einer Grafik. Ich habe einen tollen Artikel über „Overconfidence in Financial Markets“ gefunden. Darin gibt es auch ein interessantes Schaubild, welches ich für meine Zwecke etwas erweitert habe. An dieser Stelle möchte ich Headhuntern von Grafikstudios bitten von Jobangeboten abzusehen, Grafikdesign ist und bleibt eine Passion für mich und ich lehne es ab, mein Skillset für ein Gehalt zu prostituieren. Besten Dank.

Tauchen wir ohne weitere Umwege direkt ein in die Grafik:

1) Bis zu unserem ersten regelmäßigen Gehalt, können die meisten von uns mit dem Kapitalmärkten nicht besonders viel anfangen. Sie sind dem Durchschnittsbürger eher unheimlich und werden als No-Go-Area angesehen. Eine Ausnahme bist du, wenn du Luisa-Sophie oder Leonard-Sören heißt und deine Mami dir als Kind schon den Börsenteil der FAZ als Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen hatte und dein Vater dir zum 18. Geburtstag ein prallgefülltes Depot überreichte. Good for you.

Die meisten Menschen in Deutschland bleiben in ihrem „Investoren-“ Lebenszyklus übrigens bei den Punkten 1 bis 3 stehen, was sehr schade ist.

2) Die ersten Gehälter trudeln ein und du findest zum ersten Mal in deinem Leben ein Punkt in deinem Kontoauszug. Ein großer Tag. Doch jetzt fragst du dich natürlich, was du mit all dem Geld machen sollst! Da Altersvorsorge ja wichtig zu sein scheint, gehst du also zum Anlageberater deines Vertrauens, um mehr aus deinem Geld machen zu lassen. Das klingt sinnvoll, schließlich sind Finanzen komplex, da macht es Sinn einen Fachmann aufzusuchen. Wenn der Motor meines Autos kaputt ist, kaufe ich mir schließlich auch kein Buch „DIY Werkstatt„, sondern bringe es zum Fachmann. Ebenso mit meiner Waschmaschine und dem Loch in meinem Dach. Dafür sind diese Leute schließlich da und man ist bereit sie im Austausch für ihr Fachwissen finanziell zu entlohnen.

Also ab zur Sparkasse, beraten lassen. Wenige Zeit später marschiert man zufrieden wieder hinaus. Endlich ist das leidige Thema Finanzen vom Tisch, Der nette Herr im grau-braunen Anzug hatte glücklicherweise einen „Top-Fonds“ auf dem Tisch, in den man investieren durfte. In den letzten Jahren hatte er jährlich zweistellige Renditen eingefahren. Hammer-Teil. Oben drauf gab’s noch eine Kaffeetasse mit dem Logo der Bank und ein paar Kekse. Ein gelungener Tag.

Das Selbstbewusstsein als Investor wächst proportional zur investierten Summe, da man jetzt endlich „investiert“ ist und sich um seine Rente keine Sorgen mehr machen brauch.

3) Nach einiger Zeit macht man dann doch mal einen der Briefe von der Bank auf. Den neuen Aldi-Prospekt hatte man eh schon durch. Butterpreise steigen schon wieder. So’n Scheiß. Und warum gibt es überhaupt Lebkuchen schon wieder im Oktober?! Sei’s drum… Der Brief der Bank verheißt nichts Gutes: Aus einer Rendite im zweistelligen Prozentbereich ist es nichts geworden. Dafür befinden sich im Kleingedruckten ein Haufen undurchsichtiger Gebühren. Man ist erbost! Wie konnte Herr Müller von der Kreissparkasse Ober-Deppendorf einen nur so hinters Licht führen? Jahrelang ist man sogar zusammen Kegeln gegangen!

Das alte Vorurteil über die Finanzmärkte wird bestätigt und das Selbstbewusstsein sinkt.

4) Der Rückschlag saß tief. Es tat weh. Die Kündigung des Fondsparplan „Rente-Deluxe“ wurde durchgeführt und das Geld wieder auf dem Girokonto geparkt. Die Börse ist halt ein Casino und am Ende gewinnt immer die Bank…

Doch in Niedrigzinszeiten tut es auch weh, das Geld einfach liegen zu lassen. Man informiert sich etwas. Kollege Günni beispielsweise legt sein Geld schon seit Jahren selber an. So ein Berater „komme ihm nicht ins Hause“ meint er. Außerdem gebe es auf den Hauptversammlungen immer die besten Wiener mit Kartoffelsalat und wenn man sich noch ein paar Tupperdosen mitnimmt, käme man auf eine stattliche Naturaldividende. Das überzeugt. Der Durchschnittsinvestor fasst neuen Mut und beschließt seine Finanzen jetzt selber in die Hand zu nehmen. Das Depot bei einer Direktbank ist schnell eröffnet. Es folgen ein paar Aktien, von denen Günni meinte, da „könne nix schiefgehen“. Also erstmal Telekom, Daimler und Siemens ins Depot. Endlich frei!

finanzielle freiheit

5) Da ist das Ding! Nach wenigen Monaten des Independence-Investings erscheint bereits eine zweistellige grüne Prozentzahl im Depot. Ha, wer hat’s denn gesagt! Es funktioniert also doch, sobald man sich erstmal von Banken und Beratern lossagt.

Aber da geht noch was! Jetzt wird alles investiert was geht. Das Abo von Focus Money ist längst abgeschlossen und täglich begibt man sich im Internet auf die Suche nach Aktientipps. Zudem wurde ein zweiter Monitor angeschafft, darauf laufen von Morgens bis Abends Stockticker von den Börsen dieser Welt. Mit 35 Jahren in den Ruhestand? Easy, man brauch nur die richtige Strategie!

Marktrendite? Abfall! Man hat inzwischen sein eigenes 16-Punkte System zur Bewertung von Aktien entwickelt. Damit lässt sich jede Aktie innerhalb weniger Minuten evaluieren. Außerdem handelt man längst mit Hebeln und Optionen um das Nitro für das Ziel „Finanzielle Freiheit“ zu zünden. Die Eier haben exorbitante Ausmaße angenommen. Das enorme Aktienwissen sprudelt nur so aus einem hinaus und gerne teilt man es (ungefragt) mit Freunden, Familie und dem Internet.

Oh ja, das Internet. Selbstverständlich will man als pragmatischer Altruist das Wissen über diesen Ort, in dem aus Geld mehr Geld wird, nicht verheimlichen. Also gründet man einen Finanzblog und versorgt die ganze Welt mit seinen neusten Analysen, Trendbewertungen und Erfolgen. Nebenbei kann man noch ein paar P2P-Plattformen empfehlen. In diese ist man selbstredend nicht wirklich selber investiert, aber mit Provisionen lassen sich die enormen Betriebskosten des Blogs etwas abfedern.

6) Hochmut kommt wie immer vor dem Fall. Das hat schon Oma gesagt und es bewahrheitet sich mal wieder. Irgendwann ist auch die geilste Party vorbei und dann folgt meist der Kater. Man packt sich gut auf’s Gesicht. Erstaunlicherweise musste man feststellen, dass ein Turbo-geleveragtes-Ultra-Zertifikat auf venezuelanische Platinminen doch nicht so ein geiles Geschäft war. Gleichzeitig knicken die Märkte ein und man verkauft die übrigen Positionen schnell, bevor am Ende alles weg ist. Die scheiß Finanzbosse haben einen wieder ausgetrickst. Und die Politiker. Ja, vor allem die Politiker. Und die Häuslebauer in den USA. Was fällt denen eigentlich ein, Kredite für Häuser aufzunehmen, die sie sich gar nicht leisten können? Und was wurde aus dem Biotech-Startup aus Georgien, dass laut der Facebook-Gruppe kurz vor dem Durchbruch stand? Man weiß es nicht….

7) Nachdem der Schock verdaut ist, geben sich viele Investoren geläutert. War da etwa ein wenig Gier im Spiel? Nicht doch, aber man hat sich halt verkalkuliert. Vielleicht ist die Marktrendite doch gar nicht sooo schlecht. Das sagt zumindest dieser Collins. Und auch lässt es sich damit irgendwie besser schlafen. Mit einem breit-gestreuten ETF-Portfolio kehrt man also an den Finanzmarkt zurück und das Selbstbewusstsein hinsichtlich der eigenen Fähigkeiten als Investor pendelt sich in einem gesunden Mittelmaß ein.

Und du? In welchem Stadium befindest du dich? Oder hast du gar Etappen übersprungen?

20 Kommentare

  1. Bin Bei Punkt fünf. Hab nur keinen Blog, dafür bin ich zu faul (oder zu phantasielos, kann mir nicht vorstellen dass man da so richtig was verdient).

  2. Hallo,
    ich bin direkt bei Punkt 7 gestartet. Deshalb stolz die Brust und die nicht vorhandenen Eier schwellen kann ich allerdings nicht ganz.
    Den Sirenengesängen von Crowdinvesting habe ich nicht widerstehen können, nach 3 Jahren gibt es schon die ein oder andere Insolvenz bei den Startups. Zum Glück waren das keine hohen Summen, aber die Kohle ist wohl futsch.
    Und ich habe als Mahnung in meinem Depot eine klitzekleine Position eines kleinen Sektor ETFs mit klangvollem Namen („Global Clean Energy“ oder so). Würde ich heute nicht mehr kaufen. Wenigstens verliere ich damit kein Geld.

    Diese Sünden aus der Kinder- und Jugendzeit meiner Investorinnenkarriere sind schon ein paar Jahre her. Jetzt investiere ich nur noch langweilig und stur in ETFs und OK, ich gebe es zu: ein wenig Einzelaktien. Aber ohne 16-Punkte-Analysen und Aktienticker 😉

    Danke für diesen wie immer unterhaltsamen Artikel, Pascal.
    Grüße,
    Julia

    • Hi Julia,

      vielen Dank für deinen Kommentar mal wieder 🙂

      Global Clean Energy klingt jedenfalls sexy, wer könnte dir diesen Kauf verdenken!

      Ein paar Einzelaktien habe ich auch im Depot. Gedanklich versuche ich das zu trennen: ETFs sind mein langfristiger Vermögensaufbau. Die Einzelaktien sind eher Befriedigung des Spieltriebes. Macht letztlich ja auch Spaß.

      Weiter so und beste Grüße
      Pascal

  3. Ebenfalls wie Julia (von der ich sehr gerne die Kommentare lese) bin ich bei Stufe 7. Nur konnte ich bisher P2P und Krypto nicht widerstehen… Wer weiß wer weiß

    • Hi Sebastian,

      P2P habe ich selber noch nie in Erwägung gezogen. Irgendwie spricht mich das nicht an und ich sehe das auch nicht als ein nachhaltiges Geschäftsmodell an. Ja ja, jetzt werden mir wieder 10 Leute ihre zweistelligen Renditen ins Gesicht halten. Aber wenn man 10% macht, muss der Kredit ja mindestes 13% haben…
      Egal, Krypto habe ich auch mal versucht. Nachdem ich 50 Euro gemacht hatte, bin ich da aber auch wieder raus 😀

      Beste Grüße

  4. Moin Pascale,
    netter Artikel mit dem ich so gar nicht konform gehe. Es liest sich, als wenn Punkt 7 mit dem erreichen „des gesunden Mittelmaß“ das finale Ziel ist und man mit erreichen dieser Stufe, der Börsenmatrix zum Greifen nahe ist.

    Ich bin sehr gespannt welcher jetzige Investor auf Stufe 7 die gleichen Gedanken hat, wenn wir 50% oder gar 70% in den Keller rauschen und die Märkte sich nicht in 12 Monaten erholen? Ich glaube, dann sind sehr sehr viele der Meinung, ja sogar der Überzeugung die heutige 7 war eigentlich Deine Skizzierte Nr.5. Im Nachgang wird es keinen Unterschied geben! Aus meiner Sicht haben Nr.5 und NR.7 gleich dicke Eier! Nur 7 hat die Stufe der Demütigung noch nicht durchlaufen. Wer an der Stelle des stumpfen Sparen stehen bleibt, der wird früher oder später genau diesen Weg von 5 auf 6 gehen! Nur wer sich entwickelt und seine Finanzen wirklich aktiv Betreut hat überhaupt eine Chance sein Vermögen zu schützen! Stelle Dir deinen Artikel mal 1975 vor und statt ETF stunde da die Lebensversicherung…….
    Beste Grüße aus Hamburg
    Axe

  5. Schöner Beitrag zum Investor Zyklus!

    Selbst habe ich schon vor längerer Zeit bei Punkt 7 direkt angefangen und mische da etwas Punkt 5 dazu. 😉

    Meine Schlachtschiffe sind die allgemein verdächtigen Standard ETFs. Gepaart mit einigen Fregatten und Kreuzern, um innerhalb von Regionen oder in Branchen Schwerpunkte zu setzen. Dazu kommen dann noch paar kleinere Schiffe, die dann auch mal ETCs oder ETNs sein können (Edelmetalle, andere Rohstoffe usw). Das leitet über zu den Schnellbooten aus Punkt 5, die ich in kleinen Mengen und immer sehr breit kaufe.

    Um ehrlich zu sein (was ich auch immer mal wieder mit ner backward validation überprüfe) könnte man auch die Schlachtschiffe alleine auslaufen lassen. Meine Punkt 5 Invests waren teilweise super und teilweise übel. Ich habe weder den Markt großartig geschlagen, noch großartig underperformed (was wohl auch an den kleinen Summen der Einzelinvests und der breiteren Streuung lag ….).

    Also ja …finde Punkt 7 auch am entspanntesten 😉 … wobei Punkt 5 Fun bringt, wenn man es denn will und einem das Ego nicht zu sehr in die Quere kommt. Dann braucht’s auch Punkt 6 nicht.

    Froh bin ich, die Punkte 1-4 übersprungen zu haben.

    Schöne Abend noch!
    Der Nasenbär

    • Hi Nasenbär,

      deine Analogie aus dem maritimen Bereich gefällt mir gut!

      Ebenso die Erkenntnis, dass Punkt 5 kein diabolisches Übel ist, sondern in der richtigen Dosierung nicht unbedingt schädlich. Meinen langfristen Vermögensaufbau erledigen ebenfalls die „Schlachtschiffe“. Aber klar, selber aktiv investieren macht auch Spaß, also kaufe ich auch ein paar Einzeltitel. Man sollte nur Erfolge (gerade in den letzten Jahren) in diesem Bereich nicht überbewerten und vor allem nicht auf sein eigenes Können zurückführen. Sonst werden die Schlachtschiffe schnell verramscht und nur noch Schnellboote gekauft. So kann man vielleicht eine Schlacht gewinnen, doch langfristige Seehoheit erreicht so wahrscheinlich nicht.

      Beste Grüße

      • Schön aufgenommen …“die Seehoheit“ ..;-)

        Jo, da bin ich komplett bei Dir. Bissl Demut tut bei Punkt 5 ganz gut. Ich sehe das aktuell an einigen „Must haves“ aus DAX, MDAX und SDAX Titeln ….da könnte ich mich übergeben, wie die mir aktuell das Depot versauen. Paar andere laufen ganz gut ….aber ja …hätte ich da keine Einzelauswahl getroffen, sondern entweder selektiv DAX, SDAX ETFs oder ganz breit MSCI Germany gekauft …irgendwie wäre es einfacher gewesen und ich würde mich weniger aufregen.

  6. Schöner , unterhaltsamer Beitrag und so wirklich aus dem Leben. Ja, so könnte es gewesen sein, aber wir haben früh verstanden nur da zu investieren , was wir auch verstehen. Aber auch dort Nicht ohne Lehrgeld!

    Lg
    Plutusandme

    • Hi Plutusandme,

      ich denke etwas Lehrgeld gehört dazu. Der Mensch scheint durch reine Worte und Theorie nicht so gut zu lernen, wie durch (zT schmerzhafte) Erfahrungen.

      Beste Grüße

  7. Huhu! Super Reihenfolge. Ich habe mit 5) angefangen und bin jetzt bei 7). 1-4 habe ich zum Glück sausen lassen 😀 „Man hat inzwischen sein eigenes 16-Punkte System zur Bewertung von Aktien entwickelt.“ ist echt lustig, weil das bei mir tatsächlich zutrifft 😀 Bei mir heißt es jetzt, ab in die Indizes!

    Schönes Wochenende 🙂

    • Hi Anna,

      freut mich zu hören, dass du den dunklen Pfad verlassen hast und dich auf dem Weg zu Indexfonds befindest 😉
      Interessanterweise höre ich recht häufig von Privatanlegern und Hobbyinvestoren, dass sie sich ihr eigenes Modell zur Aktienbewertung in Excel aufgebaut haben. Und jeder meint damit den goldenen Weg zum Reichtum gefunden zu haben…früher oder später gelangen die meisten dann zu einer anderen Einsicht…

      Zum Glück scheint das bei der recht früh der Fall gewesen zu sein!

      Beste Grüße und ein schönes Wochenende

  8. Es war um das Jahr 2007 als ich dachte, mit Indexfonds bzw. ETFs ist der Lernzyklus zu Ende und das Optimum erreicht. War er aber nicht 🙂 Spätestens nach der Lektüre von Taleb/Mandelbrot und der Finanzkrise denke ich darüber differenzierter.

    • Hi there,

      ach der Lernzyklus ist im Leben nie zu Ende, wäre ja auch schade drum. Nur manchmal muss man akzeptieren, dass ein mehr an Input und nicht unbedingt ein mehr an Output zu Folge hat. Manchmal ist die denkbar einfachste Lösung die Beste. Wenn du dich mit deiner CoVaCoRo Strategie wohlfühlst ist das für dich doch eine gute Sache. Das sie etwas für den durchschnittlichen Privatanleger ist und langfristig eine Überrendite zu erwirtschaften mag, möchte ich bezweifeln.

      Beste Grüße

    • Bin bei Dir, dass der Lernzyklus wohl nie endet. 2007 habe ich übrigens auch überstanden. Unschön, aber mit meinem breit diversisierten Portfolio kam ich sogar halbwegs durch.

      Zur Covacoro Strategie:

      Concentration: Da bin ich komplett anderer Meinung. 10-20 Titel halte ich für riskant unterdiversiviziert
      Value: Ja der gute alte Value Ansatz. Mit zig Methoden versucht und doch meist schlechter als der Markt
      Contrarian: Theoretisch nachvollziehbar. Praktisch mir zu stressig und hat sich bei mir in der Vergangenheit nicht ausgezahlt.
      Rotation: Absolut valider Punkt. Mein Portfolio ist gem. Konjunkturzyklus bei einzelnen Asset Klassen und auch innerhalb dieser unterschiedlich strukturiert. Kurzfristig (richtiges Timing ist allerdings komplex) bestimmt relevant, aber langfristig nivelliert sich dieser Ansatz.

      Fazit: Sehe ich mir die Entwicklung des WFCOVACORO (wohl Deine Covacoro Strategie) an, liegt eine underperformance zum DAX und eine erhebliche underperformance zum MSCI World auf 5 Jahres Basis vor. Also wieso der ganze Stress …. und wir sind wieder bei den „Schlachtschiffen“ 😉 Die Korrelation dieses Portfolios zum DAX oder MSCI World kann ich nicht beurteilen. Geglättet sieht es aber recht gleichlaufend aus.

      Jetzt noch mal kurz zu 2007….da hilft mE ein Optimierungsversuch innerhalb einer Asset Klasse auch nichts, sondern der Aufbau von Positionen, welche zur vom Risiko betroffenen Asset Klasse keine oder eine geringe Korrelation aufweisen. Sprich: Bevor ich meine Taktik innerhalb einer Asset Klasse zu optimieren versuche, mache ich mir lieber Gedanken über meine Risiko Strategie auf das Gesamt Portfolio bezogen. Das funktioniert nur mit Multi Asset Ansatz und einer Prämie, die Rendite dann ggf. gegen Risikominimierung tauscht (kennen wir ja alle, das olle tolle Invest Dreieck) ….

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