Ja mei, wollt’s ihr denn ewig leben?

Finn-Sören strapaziert unsere Freundschaft auf’s ärgste. Da kennen wir uns schon seit Jahren. Ach was, bald ein Jahrzehnt! Und dann sowas…

Er beichtete es mir am Samstagabend. Wir waren für’s gemeinsame Verfolgen des wichtigsten Endspiels im deutschen Profifussball verabredet: Der Supercup. Na gut, vielleicht steht er in seiner Priorität doch nicht an erster Stelle. Aber einer Männerfreundschaft dient der, über Massenmedien ausgestrahlte, Sport ja auch eher als sozialer Inkubator. Männer treffen sich halt nicht „zum Tratschen“ im Café. Sowas ist Frauensache. Männer treffen sich zum Sport-schauen bei einem Bierchen. Nach ein, zwei Bieren darf dann trotzdem „getratscht“ werden. Nur nennen wir das halt nicht so…

Diese regelmäßigen Treffen mit Finn-Sören gehörten lange Zeit zu meinem Leben, wie der morgendliche Kaffee und das wöchentliche Börsenupdate von Mick Knauff. Begeistert tauschten wir uns über die neusten Anlagetrends aus und Finn-Sören kam das ein oder andere Mal mit einer vermeintlichen Arbitrage-Möglichkeit um die Ecke. Meistens stellte es sich dann als heiße Luft heraus. Doch lustig war es alle mal.

Finn-Sören optimiert sich selbst

Vermögensaufbau

Dann trat Lisa in sein Leben. Zunächst freute ich mich riesig über das junge Glück. Die Passion für Finanzen hatte eine Lovestory geschrieben, wie sie Hollywood nicht besser hätte inszenieren können. Ich war entzückt. Mein Glauben in die Märkte und das Große Ganze war wieder hergestellt.

Doch ich hatte mich blenden lassen. Ich schäme mich geradezu. Üblicherweise lasse ich mich von keinem Markttrend blenden. Von Levermann, über den Dividendenadel bis hin zum Cost-Averaging habe ich sie alle enttarnt. Scharlatane dieser Finanzwelt, try me. Try me good!

Der gewieften Art von Lisa jedoch, scheine ich machtlos gegenüberzustehen. So naiv, wie sonst nur die Leser von Aktienanalysen, trappste ich in ihre Falle. Oder genau genommen, war es Finn-Sören, der in die Falle trappste. Ich sah es nur einfach nicht kommen. Ich sah die kleinen Veränderungen einfach nicht. Oder wollte ich sie einfach nicht sehen? Wären sie gekommen, wie der Crash 2007, so wäre ich frühzeitig erwacht. Doch die durch Lisa induzierten Transformationen wirkten wie eine 250-Tages-Linie die sich kaum merklich nach unten neigt. Bloß keine Markt-Trigger auslösen. Bloß keine Analysten aufschrecken. Und wenn es die Masse bemerkt, ist es längst zu spät für Gegenmaßnahmen. Wenn eine Aktie erstmal um 50% gefallen ist, verkauft man sie auch nicht mehr. Gewieft!

Der Marktindikator, der mich aufschrecken ließ, manifestierte sich in einem einzigen Satz. Halblaut gesprochen. Verschämt leise gar. Kaum hörbar raunte Finn-Sören an jenem besagten Abend der Bedienung Folgendes zu: „Zwei Pils, eins davon alkoholfrei bitte.“ Alko-was? Mein Blick muss ungefähr der Reaktion eines Nordex-Anlegers alle paar Monate entsprochen haben. Finn-Sören raunzte mich an: „Was? Ich trinke keinen Alkohol mehr und das ist auch gut so!“. Klang so überzeugend wie Yellens: „Zu meinen Lebzeiten wird es keine Finanzkrise in diesen Ausmaßen mehr geben.“ Ich musste mich erstmal fassen. Finn war nie ein Säufer, kein Lebemann, kein Kettenraucher. Doch Finn wusste das Leben zu genießen. Er wusste wann es Zeit für ein Glas über den Durst und einen XXL-Döner mit extra Scharf war. Und jetzt alles vorbei? Ich wollte gerade ein W-w-w-warum herausstottern, da setzte er zum nächsten Kinnhaken an: „Außerdem praktizieren wir jetzt clean-eating und haben uns zum Pilates angemeldet“. AHA! „Wir„, daher wehte der Wind. Finn-Sören und Pilates! Die Yoga-Pants die das mitmachen will ich erstmal sehen!

Wir schwiegen uns ein paar Minuten an. Ich musste verdauen. Meine Currywurst. Aber vor allem das soeben gehörte. Die ersten Worten, die ihren Weg über meine Lippen fanden waren: „Mmmh, und für wie lange?“. Die Antwort preschte schnell heraus: „Mensch, Pascal, für immer! Weißt du überhaupt was auch ein gelegentliches Bier über die Jahrzehnte mit deinem Körper anstellt? Und das Zeug, dass du da gerade isst, wandert diiiirekt in die Fettreserven deiner Leber! Überhaupt solltest du kein Fleisch mehr essen. Ist eh besser für die Umwelt!“.

Wow. Das saß. Wer war dieser Mensch, und was hatte er mit Finn gemacht? „Und wie ist das so? Schmeckt denn dieses cleane Zeug?“. „Nicht wirklich, aber darauf kommt es ja auch gar nicht an. In 60 Jahren aber, da werde ich es meinem vergangenen Ich danken! Genau wie du immer mit deinem Anlagezeug laberst. Ist doch auch für die Zukunft vorsorgen. Aber was nutzt das Geld ohne die entsprechende Gesundheit. Mensch, du hast so viel Optimierungspotenzial, auch abseits der Finanzen.“

„Will mich aber außerhalb meiner Finanzen gar nicht selber optimieren! Bin ganz zufrieden.“ Finn hatte dafür kein Verständnis: „Das dachte ich auch. Das kommt davon, dass du nur Finanzblogs liest. Lies mal den Blog von Sophia Thiel oder von diesem Veganer-Guru Attila. Mensch, ich habe meinen Körper all die Jahre wie einen Abfalleimer behandelt. Dabei ist es mein TEMPEL. Verstehst du Pascal, MEIN TEMPEL!!.“

„Ok, ok, aber du bist doch fit. Du spielst regelmäßig Fussball und gehst hin und wieder ins Gym. Wo liegt das Problem?“

„Ja, die Industrie will das du das denkst! Doch Fussball spiele ich inzwischen nicht mehr. Zu high-intensity. Macht die Gelenke kaputt. Merkste dann mit 70. Mache jetzt Pilates und Yoga. Außerdem musst du deinen Darm detoxen. Da sitzt die Gesundheit! Das REINE Gesundheitszentrum ist das. Ach übrigens, bei unseren Finanzen war auch noch Optimierungspotenzial…“

Ich ahnte böses. Oh bitte, lass doch wenigstens die Finanzen aus diesem diabolischen Spiel!!

„…wir sind jetzt Beserkersparer. Ist so cool wie es klingt. Wir sind quasi die Wikinger des Sparens. Wenn du denkst, du hast ne gute Sparquote, dann lachen wir dich heimlich aus. Wir haben unser komplettes Spending gestreamlined. Keine unnötigen Kosten mehr. Das ist heute mein letzter Bar-Besuch. Fortan keine Restaurants, nur noch Tim Schäfer Spezial-Diät. Clown-Auto ist eh schon verkauft. Trip nach Malle gecancelled. Und wir ziehen bald in eine 30 qm Wohnung an den Rand der Stadt. Riesiges Sparpotenzial. Achja: Kannste uns beim Umzug helfen? Umzugsfirmen sind so teuer…“

„EIN SCHEIß KANN ICH!“


Optimal suboptimal

Klingt nach einem traurigen Einzelfall? Mitnichten! Immer mehr Menschen, insbesondere twenty- und thirty-somethings, verfallen diesem Phänomen. Experten nennen es das „Wanna Live Forever“ – Virus (kurz „WLF“) und warnen vor üblen Folgen. Wenn der Wahn dieser armen Menschen nach ständiger Selbstoptimierung nicht in klar umrissenen Bahnen gehalten wird, dann können die Auswirkungen dramatisch sein. Im Endstadium haben Forscher vollkommen gesunde, schöne und nahezu perfekte Menschen beobachten können – leider waren sie auch vollkommen charakterlos, monoton und unglücklich.

Dabei kann der WLF-Virus in seinem frühen Stadium ungefährlich, gar positiv, daherkommen. Vielleicht ist es die Entscheidung keinen Kaffee mehr zu trinken. Oder sich das tägliche Workout eines Insta-Models zum Vorbild zu nehmen. Oder nicht mehr in Raucherkneipen zu gehen. Oder kein Auto mehr zu fahren. Oder eine Kohldiät zu machen.

Und hier wird es tricky: Während Ambitionen und ständiges Streben nach Verbesserung zu einem erfolgreichen Leben dazu gehören und äußerst begrüßenswert sind, so leben auch diese Dinge von der Existenz eines Ventils. Ein Ventil, das uns auch mal erlaubt über die Strenge zu schlagen. Und wenn das nur bedeutet ein Wochenende ohne schlechtem Gewissen und ohne das grauenhafte Gequietsche von Fit.Mandy & Co. auf Instagram auf der Couch zu liegen und eine Netflix-Serie am Stück zu sehen. Oder sich die Pizza mit Käse im Rand zu bestellen. Oder einfach mal etwas verdammt blödes zu tun. Mit dem Fahrrad durch Russland zu fahren zum Beispiel. Oder die Sparquote mal Sparquote sein zu lassen und sich diese geile HiFi Anlage zu kaufen, ohne das einem Tim Schäfer mit seinem Strohhut durch die nächtlichen Träume spukt.

Stattdessen drohen wir eine Generation voller selbstoptimierter, berserkerparender, eingebildeter Fitnessspackos zu werden.

Ich meine, jedem das seine. Ich habe allergrößten Respekt vor jemandem der sich jeden Tag ins Gym begibt, weil es seine oder ihre große Leidenschaft ist. Ich bin selber darauf erpicht meinen Körper und Geist fit zu halten. Ich möchte mich weiterentwickeln. Besser werden. Ehrgeiz gehört dazu.

Der Unterschied ist: bestimmst du wo es lang geht, oder jemand anderes? Die meisten laufen irgendeinem Trend hinterher und messen sich an Menschen, deren Existenz keine Relevanz für ihr eigenes Leben aufweist. Schlimmer noch, sie folgen dabei abstrusen Vorstellungen. Die weitverbreiteste: Ich werde ewig leben.

Memento mori oder Carpe diem?

Nun glauben nur die wenigsten, dass sie tatsächlich die Unendlichkeiten überdauern werden. Dennoch handeln sie interessanterweise so. Das wird jetzt kein #YOLO Vortrag und auch kein philosophischer „memento mori“ Abriß. Doch gerade in Deutschland habe ich oft das Gefühl, das wir so sehr auf eine perfekte Zukunft hinarbeiten, dass wir dazu neigen die Gegenwart zu ignorieren.

Wir beschränken uns heute, um morgen besser zu sein. Soweit so löblich. Nur so funktioniert Entwicklung. Nur so wird man erfolgreich. Das ist auch die Grundlage erfolgreichen Vermögensaufbaus. Doch auch hier ist ein gesundes Maß der Schlüssel. Sich für „Morgen“ zu optimieren, bringt nur etwas, wenn es irgendwann mal „Morgen“ wird. Das angesprochene Ventil geht vielen verloren. Auch mal Zwischenerfolge, ach was selbst Niederlagen, zu feiern. Das ist wichtig, das lässt einen auf Dauer weitermachen. Ich glaube, die wahrlich erfolgreichen Menschen haben keine „hardcore, immer volldampf voraus zum perfekten Lebenslauf“ – Geschichte. Ich glaube, diese Leute schöpfen ihr Potenzial aus Umwegen und Fehlern. Und vor allem aus deren Akzeptanz. Deren Zelebrierung. Die Zelebrierung von dummen Ideen. Von dummen Ideen, die mal nach guten klangen. Und darüber lachen zu können.

Ich habe noch niemanden lachend nach glutenfreier Bio-Spaghetti ohne Kohlenhydrate fragen hören. Wenn man nur Freude aus der Gewissheit zieht, sich bestens auf die Zukunft vorzubereiten, dann ist das gefährlich.

Jeder muss da seinen eigenen Weg finden, ich finde Maßhalten wichtig. Ambitioniert und ehrgeizig sein und dennoch offen für dumme Fehler. Die Zukunft nicht zu verbissen sehen. Wer jeden Tag einfach so in den Tag hinein lebt, der wird wohl auf Dauer ebenso wenig glücklich werden, wie der Selbstoptimierer. Träume finden, seine eigenen Werte entdecken, hart an sich arbeiten und über sich selbst lachen, können ein großartiger Anfang sein.

In der Finanzblog-Szene sind wir von dem WLF-Phänomen nicht unberührt. Wenn ich von Berserkersparen und finanzieller Freiheit lese, dann habe ich häufig das Gefühl hier flüchten Leute vor einer Konfrontation. Wenn man sich nicht mit dem Hier und Jetzt auseinandersetzen mag, dann verschiebt man die Problematik in die Zukunft. Ist die finanzielle Freiheit erstmal erreicht, dann wird alles besser. Oder eben auch nicht

Wie schon zuvor ist auch hier maßvolles Vorgehen vermutlich der Schlüssel. Vermögensaufbau ist sinnvoll, gar notwendig. Um Vermögen aufzubauen, sind Einschränkungen nicht unumgänglich. Aber wer langfristig Fuck-You-Money aufbauen will, der muss nicht spartanisch leben. Es muss ein Plan her, dieser muss langfristig eingehalten und verfolgt werden.

Und hin und wieder muss ein klein-wenig vom Plan abgewichen werden. Einfach, weil es Spaß macht…

Cheers.

23 Kommentare

  1. cooler Artikel, speziell der erste Teil mit Finn-Sören 🙂 Kenne auch ein, zwei Freunde / Bekannte, die von heut auf morgen irgendwie anders tickten. Und das vollkommen übertrieben, so wie Du es eben auch darstellst

    • Hi Michi,
      die Beobachtung habe ich auch gemacht. Wenn Veränderung, dann drastisch und krass. Meistens enden diese Experimente dann auch genauso schnell. Meiner Meinung nach muss echte Veränderung stetig und Stück für Stück geschehen…

  2. Ganz großes Kino Dein Artikel! Chapeau!
    Bin ich froh dass mein bester Kumpel aus anderem Holz geschnitzt ist als Finn-Sören.
    Achja: Wenn Du mal jemanden zum unfrugalen Biertrinken und Currywurstessen brauchst. Ich bin dabei!

    • Hey DocSchneider,

      auf das Angebot werde ich vielleicht zurückkommen! Unfrugales Biertrinken mit Currywurst muss hin und wieder einfach mal sein!

  3. Huhu Pascal, ich sehe das ganze recht ambivalent. Sport, Fleischverzicht und Minimalismus sind gute Lifestyles. Ohne Alkohol und Zigaretten kommt man auch gut durchs Leben. Wenn man dann noch den Medikamentenwahn ablehnt, umso besser. Aber es sollte eben kein Extremismus sein im Sinne von „Ich gehe nicht zum Arzt, verkaufe meine Spülmaschine und verurteile Leute, die gerne Döner essen.“ Ich bin ganz froh, wenn man mal Pizza bestellen kann ohne auf Glutenunverträglichkeit, Laktoseintoleranz und Vegetarier Rücksicht zu nehmen. Aber dagegen bashen muss ich auch nicht. Ich mag z.B. kein Bier oder grüne Bohnen.

    • Hey Jenny,
      für wenn Minimalismus und co passende Lebensentwürfe sind, den lasse ich gerne machen. Ich „bashe“ auch keineswegs, meine Artikel kommen ja standardmäßig mit einem Augenzwinkern..
      Was mich nur stört ist dieser „erhobene Zeigefinger“, den sich Menschen mit extremen Lebenswandel gerne zu eigen machen. Ich kenne beispielsweise keine bekennenden Minimalisten, der die Tatsache, das er oder sie Minimalist sei. Und wie befreiend das doch sei. Und wie wann doch all die anderen Konsumsklaven nicht verstehen könne. Mich nervt das.
      Gleichzeitig glaube ich nicht, dass die meisten „Selbstoptimierer“ ihren Wandel freiwillig und mit Genuss durchziehen. Vielfach wird einfach irgendeinem Trend blind gefolgt. Weil das viel einfacher ist, als sich selbst einen passenden Lebensentwurf zurechtzubasteln. Aber Trends ändern sich laufend. Dann wird schnell wieder alles verworfen und dem nächsten Guru nachgeheschelt.
      Ich rauche nicht und trinke sicherlich unterdurchschnittlich viele alkoholische Getränke. Es geht mir auch nicht um ein rücksichtsloses Leben in Saus und Braus. Doch ein Mittelmaß scheinen viele nicht mehr zu kennen. Das finde ich schade.
      Bier und grüne Bohnen kann man mögen oder auch nicht. Aber du gründest ja wahrscheinlich keine „Anti-Totalitäre-Bohnen Vereinigung zum Schutz der gastronomischen Leitkultur vor der Invasion der grünen Bohnen“ oder? 🙂

  4. Habe mich beim Lesen prächtig amüsiert!

    „Jeder muss da seinen eigenen Weg finden, ich finde Maßhalten wichtig. Ambitioniert und ehrgeizig sein und dennoch offen für dumme Fehler. Die Zukunft nicht zu verbissen sehen.“

    Extreme finde ich kritisch und Du benennst einige sehr treffend. Gesunde Mittelwege sind mitunter schwieriger zu finden, weil man sich halt nicht an Schwarz-Weiß-Entscheidungen klammern kann. In jedem Fall sollte man sich seiner eigenen Ziele bewusst sein und danach leben. Dann kann man auch zufrieden auf den Blödsinn zurückblicken, den man in der Vergangenheit so getrieben hat.

    Liebe Grüße
    Dummerchen

    • Hi Dummerchen,

      freut mich sehr!

      Wichtigen Punkt sprichst du da an: kurioser Weise stellt sich heraus, dass der Mittelweg häufig der schwierigste ist. Sich einem Extrem hinzugeben ist simpel. Denn dann muss ich mir keine eigenen Gedanken mehr machen. Ich folge einfach dem Hirten meiner Schafsherde und blöke beim Anblick eines Wolfes…

  5. Sehr schöner Artikel.
    Das Leben ist nicht schwarz und weiß, es ist mindestens auch viel Grau dabei und mit Glück ganz viel bunt. Und darüber sollte man sich freuen und es nutzen und nicht versuchen, alles in die eine oder die andere Ecke zu stellen oder noch schlimmer sich selber in eine Ecke zu stellen. Da verpasst man zu viel.

    Wähle Deine Schlachten und Deine Laster weise. Wichtig ist nicht nur „weise“, sondern auch „wähle“. Und zwar selber. Nicht „lasse wählen“.

    Schönen Gruß
    Carlos

    • Hi Carlos,

      Danke!

      Dein Kommentar geht in die Richtung von dem von Dummerchen und ich kann ihm daher nur zustimmen. Sich seine eigenen Gedanken machen und nicht blind zu folgen, hat sich schon immer ausgezahlt. Die meisten Menschen sind dafür jedoch zu träge…

  6. Erster guter Artikel in der Finanzblogosphäre seit langer Zeit. Hat Spaß gemacht ihn zu lesen und ich habe mich auch an manchen Ecken wiedererkannt 😀

    • Noch mehr? :O

      Spaß beiseite, so viel trinke ich davon gar nicht. Aber in Berlin haben in der Vergangenheit viele gute Craftbeer-Brauereien ihre Pforten geöffnet. Immer wieder ein Besuch wert und geschmacklich eine Freude.
      Nicht ganz billig, doch das war es mir bisher stets die Sache wert!

  7. Als ich diesen Artikel las, musste ich mich stark zusammenreißen, nicht im Büro lauthals loszubrüllen. Obwohl ich den Blick der Kollegen nur allzu gerne gesehen hätte 🙂 Dieser Artikel hätte auch von mir sein können, nur der Schreibstil wäre in einer anderen Liga unterwegs… Bundesliga (Dein Text) meets Kreisliga C (meine Worte). Ganz großer Sport!

  8. Hallo Pascal, erst mal danke für Deine Blog und deine satirischen und kritischen Artikel.

    Ich finde es gut, dass Du diese Fixierung der Sparquote kritisierst. Ich finde es teilweise befremdlich, wenn die Blogger propagieren, Jesus Christus von der Wand zu hängen und stattdessen die schwäbische Hausfrau als neuen Gott anzubeten. Für mich hat das schon teilweise religiöse Züge. Das Sparen soll dich vom bösen Konsumteufel befreien und dich in das Paradies der finanziellen Freiheit führen. Also eine klassische Erlösung von allen Sünden Religion.

    Das absolute schizophrene ist jedoch, dass man das bei Börsenblogs liest, die die Investition in Aktien propagieren. Der Kauf von Aktien impliziert jedoch den Glauben an das ewige wirtschaftliche Wachstum. Wachstum geht jedoch nicht ohne Konsum. Also wenn keiner mehr Clownsautos etc. kauft, werden die Aktien auf keinen Fall mehr steigen und die Unternehmen werden keine Dividenden ausschütten. Tim Schäfer & Co müßen doch insgeheim hoffen, dass nur ganz wenige ihre eigenen Artikel lesen. Eigentlich müßten sie schreiben: „Leute kauft Autos, trinkt bei Starbucks“.

    • Hi Karottenhändler,

      interessante Beobachtungen und angebrachte Kritik!

      Die übertriebene Darstellung der finanziellen Freiheit als „Allheilmittel“ sehe ich ebenfalls kritisch. Hier will ein Blogger den nächsten mit Sparquote und Co übertreffen. Am Ende gerät dabei das eigentlich Ziel aus den Augen. Auch hier ist ein Mittelweg wahrscheinlich die beste Lösung…doch extreme Äußerungen locken nun mal Leser…

      Dein zweiter Punkt ist eine interessante Zwickmühle. Auf der einen Seite propagiert man Enthaltsamkeit, auf der anderen lebt man vom Konsumverhalten der breiten Masse. Ist das ein Widerspruch?
      Schwierig. Ich glaube einerseits, dass es legitim ist zu sagen: „Ich will bei dem verschwenderischen Konsum nicht mitmachen. Dennoch akzeptiere ich, dass sich daran nichts ändern wird und ich will davon profitieren.“ Wären alle Menschen Frugalisten, so würden wir noch in der Steinzeit leben.
      Dennoch gebe ich dir auch Recht: Das abfällige Geschwaffel von Clown-Autos und Konsum-Sklaven ist absurd. Denn ihnen verdankt ein Tim S. auch seine finanzielle Freiheit.

      Beste Grüße
      Pascal

  9. Hallo Pascal,
    ich schmeiß mich weg! Einfach großartig, Deine Artikel. Schon der Name Finn-Sören passt super dazu. Ich stimme aber auch Tim Schäfer in vielen Dingen, wenn auch nicht in allen, zu. Aber es wäre ja schlimm, wenn wir alle immer einer Meinung wären. Ich freue mich schon über weitere Artikel von Dir. Weiter so!
    Viele Grüße
    Petra

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